Verfasst am: 11.12.2009, 21:51 Titel: Will mich mal wieder melden
Nachdem ich im Urlaub am 15.9. in Kaposvar meine Frau verloren habe, wollte ich alle Foren schließen und mich aus dem Leben ganz zurück ziehen.
Mein Sohn meinte aber, dass es genau der falsche Weg ist.
Trotzdem habe ich mich jetzt 2,5 Monate verkrochen, jetzt will ich doch wieder am öffentlichen Leben teilnehmen. Ich wollte mich eben vom ganzen Internet zurückziehen, einfach die Foren löschen, das wäre es dann gewesen.
Wie Recht er hat.
Im Moment bin ich in eine Lernphase, Wäsche waschen, bügeln, kochen und so der ganze Kram, der eben mit der Haushaltsführung zusammen hängt.
Und dabei rede ich dann mit Christa, und schimpfe, warum sie mich allein gelassen hat.
Auch wollte ich den Wohnwagen verkaufen, habe aber dann überlegt, es wäre bestimmt nicht im Sinne meiner Frau, denn ohne Wohnwagen würde ich nicht mehr in Urlaub fahren, den Pauschalurlaub, daran werde ich mich nicht gewöhnen können.
Es ist nicht einfach, wenn man ohne Vorwarnung so in diese Situation gebracht wird, sich dann zurecht zu finden. Wenn ich meinen Sohn nicht gehabt hätte, und seinen ungarischen Freund, dann hätte ich das nicht auf die Reihe gebracht.
Ich war ja noch nicht mal in der Lage, darüber zu reden, das trieb mir das Wasser in den Augen.
5 Wochen fehlten an unserer goldenen Hochzeit, alles war schon geplant und auch organisiert.
Ich habe sie hier beigesetzt
http://www.grabeskirche-aachen.de/
Jetzt kommt noch die schlimmste Zeit, das sind die Feiertage. Ich bin früher mit Christa zum Wintersport gefahren, weil ich an den Tagen immer melancholisch wurde, dann dachte ich an meine Eltern, den im Krieg vermissten Bruder, ich bin froh wenn diese Tage vorbei sind.
Aber es ist so., alles braucht seine Zeit _________________ WILLIPITSCHEN
In Ungarn vergeht alle 60 Sekunden eine Minute
mein Beileid!
Was soll man dazu sagen? Es war mit Sicherheit die richtige Entscheidung wieder am Leben teil zu nehmen wie Du es geschrieben hast. Ín so einer Situation ist der Kontakt zu Freunden und Bekannte sehr wichtig.
Ich hoffe daß Du Freunde hast auf die Du zählen kannst!
Grüße vom Bodensee
Andi
Zuletzt bearbeitet von AndiP am 12.12.2009, 00:14, insgesamt einmal bearbeitet
meine aufrichtige Anteilnahme zum tragischen Verlust Deiner geliebten Frau.
So schwer der Verlust eines geliebten Menschen ist, auch viele gut gemeinte Wünsche können nur wenig trösten, um so mehr spricht es für Dich, nach einer relativ kurzen Zeit den Kontakt zu lieb gewonnenen Freunden wieder aufzunehmen.
Auch wenn Du Dich in sehr vielen Situationen an Deine Christa erinnern wirst, mußt und sollst, wird es schwere Stunden für Dich geben.
Sei aber gewiß, es gibt Menschen in Deiner Umgebung, die mit Dir fühlen.
Ein fester Händedruck für Dich!
Hartmut _________________ Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl
(Herbert Grönemeyer)
mein Beileid zu deinem schweren Verlust, der nie so ganz überwunden werden kann.
Ich sehe aber auch in meinem Bekanntenkreis, dass die Teilnahme am Leben dem Betroffenen sehr gut tut, und das du die richtige Wahl getroffen hast.
Um die Feiertage zu überstehen hilft es oft, sich an eine Gemeinde oder andere soziale Einrichtung zu wenden. Auch dort gibt es viele Menschen, die schon lange oder seit kurzem mit dem Ableben eines geliebten Menschen fertig werden müssen und dir mit Rat und Tat beistehen können.
Lass den Kopf nicht hängen, das Leben geht weiter... _________________ LMC 475 hinten, KIA Sorento vorne!
Ich habe vor mittlerweile schon 18 Jahren, aber in einer sehr schweren Situation, meine Oma verloren, die einzige die immer hinter mir stand, der ich alles anvertrauen konnte, und ich hätte sie damals wirklich gebraucht. Ich rede heute noch mit ihr, und in ruhigen Minuten schaue ich oft hoch zum Himmel und bin mir sicher dass sie mich sieht. Fehlen wird sie mir immer, aber ich meine sie ist immer irgendwie bei mir und passt auf mich auf. (Gut dass ihr mich jetzt gerade nicht seht...)
Jedenfalls wünsche ich dir, dass du das Leben trotzdem wieder genießen kannst, dass die Feiertage erträglich werden, und schimpf nicht so viel, sag ihr auch mal was nettes zwischendurch.
Und falls du Tips zum Haushalt brauchst...es gibt hier im Forum ja auch Frauen!
Hallo Willipitschen,
Mein Beileid, es ist sehr schmerzvoll, und bitter für dich. Aber dein Sohn hat völlig Recht, es ist ein Fehler sich zu isolieren. Das du von allem erst mal eine Aus - Zeit brauchst, ist verständlich. Es ist richtig, dass du darüber schreibst und sprichst. Lieber Willipitschen, ich wünsche dir nun sehr viel Kraft. _________________ Ciao
udocar
Lieber reich und gesund, als arm und krank.
www.dierollwaelderzugvoegel.de
Schön das du dich wieder meldest. Es ist ganz wichtig sich Zeit für die Trauer zu nehmen. Mit Sicherheit ist viel, viel auf dich eingestürmt. Nimm dir die nötige Ruhe alles zu verarbeiten.
wir hatten ja bereits Kontakt per Email und PM. Ich freue mich auf jeden Fall, wieder etwas von Dir zu lesen.
In diesen Zeiten braucht man Freunde und die Familie. Zwar kennen sich hier die wenigsten persönlich... aber (Camper) Freunde sind es oft doch... _________________ Gruss
Schnick
ich bin erschrocken, dass es so ist, wie ich bereits aufgrund gewechselten Avarter geahnt habe. Auch habe ich dich und deine guten Beiträge in den einschlägigen Foren vermisst
Ich kann nicht nur ahnen, nein ich weiß wie groß der Schmerz ist und die Kraft gerade zu dieser Zeit schwindet, da ich meinen Vater vor einigen Jahren im Spätherbst durch einen Unfall verloren habe. Ich wünsche Dir die Kraft, die Du brauchst, um die Probleme des Lebens allein zu meister. So finde ich er schön,, dass Du wieder am gesellschaftlichenen Leben teilnimmst und so neue Kraft finden wirst.
Ich versichere Dir und Deinen Angehörigen mein aufrichtiges Mitgefühl und meine Aufrichtige Anteilnahme.
mein herzliches Beileid.
Das Leben geht weiter, auch wenn ein geliebter Mensch nicht mehr zum Greifen anwesend ist. Aber in Gedanken bleibt er weiter bei uns.
auch von mir mein herzliches Beileid. Ich kann dich gut verstehen, habe ich doch vor 10 Jahren meine erste Frau durch eine Krankheit verloren. Vieles ist schon geschrieben worden dem ich nichts hinzufügen kann. Mir haben damls gute Freunde und der Zusammenhalt in der Familie sehr geholfen aus meinem schwarzen Loch wieder herauszukommen.
Ich wünsche dir viel Kraft und Unterstützung für die kommenden Tage.
ich war jetzt auch lange nicht hier im Forum. Und zwar wegen des Gesundheitszustandes meiner Frau, meiner Mutter und auch meiner Schwiegermutter. Das ist zwar auch nicht schön, aber nicht zu vergleichen mit Deiner Situation.
Es erschüttert mich immer wieder wenn ich höre und mitbekomme, wie schnell so ein langes gemeinsames Leben zuende gehen kann. Ich denke aber, daß Ihr die Jahre genossen habt, und daran solltest Du Dich immer erinnern.
Wie schon die anderen Forumsfreunde geschrieben haben ist es mit Sicherheit die richtige Entscheidung, weiter am Leben teilzunehmen. Du hast einen Sohn, auf den Du Dich verlassen kannst (und der Dich mit Sicherheit auch braucht), und wenn Du was auch immer hast, kannst Du es auch hier "abladen" - sofern Du es möchtest.
Ich wünsche Dir, nicht nur für die Feiertage, viel viel Kraft, denn die wirst Du benötigen. Und, wie auch schon Engelchen geschrieben hat, schimpfe nicht mit Deiner Frau, sondern besprich mit ihr Dinge oder erzähle ihr Sachen, wenn Dir danach ist. Das "handwerkliche", also die täglichen Dinge des Lebens wie Haushalt, die wirst Du schon meistern - da bin ich mir sicher.
Frank _________________ Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten
Ich möchte mich bei euch für die aufmunterde Worte bedanken, in so einer Situation, wo ich jetzt drin bin, tuen solche Worte gut.
Und ganz besonders möchte ich mich bei Ingrid bedanken, die den weiten Weg von Linz in Österreich nicht gescheut hat, um an der Trauerfeier teil zu nehmen.
Die Trauerfeier war in einen Beerdigungsinstitut, da ich der Grabeskirche Umbaumaßnahmen waren, und es dort laut war.
Ich bin sehr stark in einen Ungarnforum insolviert, und kopiere hier den letzten Teil eines Berichtes rein, man kann das nicht verlinken, da es nur den alten Stamm der Mitglieder zugänglich ist.
Und was davor steht,würdet ihr als Nichtmitglieder dort auch nicht verstehen.
Wie es denn so ist, irgendwann ist immer Schluss. Und ich sagte zu meiner Christa, so in der 6. Woche, am Donnerstag packen wir, fahren Freitag und sind dann so am Wochenende zu Hause. Normal fährt sie dann auch gerne nach Hause, aber jetzt sagte sie, du Willi, wir haben doch keine Verpflichtungen, schau doch mal nach, wie viel Tabletten wir noch haben. Dann können wir doch so lange bleiben. Sie mußte neben Marcumar noch 14 andere Tabletten einnehmen.
Ich hatte noch für eine Woche Tabletten. Also wollten wir noch bleiben. Montag nach dem Bad kommt sie und sagt, vorne liegt noch Holz, sollen wir noch mal ein Lecso kochen? Dann müssen wir aber einkaufen gehen.
Wir sind dann einkaufen gegangen. Als wir zurück waren, habe ich gesagt, Christa, du kennst doch mein Glück, 6 Wochen Sonnenschein, aber wenn ich am Donnerstag einpacke, dann regnet es bestimmt. Also packe ich jetzt ein, die paar Tage kann doch Tisch und Stühle auch mal draussen stehen.
Gut, sagt sie, aber mir geht es nicht gut, ich lege mich was hin. Wenn du Hilfe brauchst, dann rufst du. Ich habe dann alles eingepackt und so um 18 Uhr sage ich, Schatz, willst du nicht mal aufstehen, was willst du heute Nacht machen? Sie ist dann kurz aufgestanden, hat sich aber wieder hingelegt. Dann bekam sie Magenschmerzen und ich habe ihr einen Magentee gemacht, den sie aber nicht beibehielt. Dann habe ich unsere Freundin angerufen, sie soll uns einen Notarzt schicken. Der Notarzt war auch sehr schnell dort und wies sie ins Krankenhaus nach Dombovar ein. Ich habe meinen Sohn angerufen. Er kam mit dem nächsten Flugzeug. Um es kurz zu machen, sie bekam eine Infusion gegen Schmerzen. Uns schickte man nach Hause. Früh am nächsten Tag war ich gleich früh wieder da. Man hatte sie ins Koma gelegt, um sie schmerzfrei zu machen. Der Arzt sagte dann, sie hätten sie in die Röhre gesteckt und dadurch etwas im Gehirn gesehen. Sie würden sie nach Kaposvár schicken denn dort ist ein Gehirnzentrum.
So um 10 Uhr kam der Chefarzt und sagt mir, es baue sich ein großer Druck im Kopf auf und sie wissen nicht woher das käme. Die Lage sei sehr kritisch, und sie würde noch kritischer. Sie könne heute Nacht sterben oder in 4 Tagen, oder sie könne überleben. Aber dann käme sie nie mehr aus dem Bett. Er könne weder in der einen oder der anderen Richtung etwas sagen.
Mir war es, als zieht mir jemand den Boden unter den Füssen weg.
Ich wollte in der Nähe von meiner Christa sein. Ich bin auf dem Flur sitzen geblieben und habe gebetet. Doch unser Herrgott hat mich nicht gehört. Um 13:30 Uhr kam die Schwester. Sie sagte mir, Christa ist verstorben.
Jetzt stehe ich im Moment ganz orientierungslos hier, und muß mir einfach meinen Kummer vom Herzen schreiben.
Ich habe noch nicht begriffen, dass sie nie mehr kommt.
So wie ich immer die Berichte von unseren schönen Urlaubfahrten geschrieben habe, so schreibe ich eben auch jetzt den Bericht vom schlimmsten Urlaub in meinen Leben.
Sie liebte das Land und die Menschen,
nun ist sie von ihrer letzten Reise nach Ungarn zurückgekommen.
„Nem múlnak el Ök, Kik szivünkben élnek,
Hiába szállnak, szárnyak, álmok, évek“ _________________ WILLIPITSCHEN
In Ungarn vergeht alle 60 Sekunden eine Minute
Zuletzt bearbeitet von Willipitschen am 22.12.2009, 18:58, insgesamt 3-mal bearbeitet
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.