Hallo Campingfreunde,
ich habe hier einen Erfahrungsbericht über unseren Hobby Wohnwagen (UK540, Erstzul.2007),der eigentlich schon fast wie eine Comedy klingt, jedoch alle warnen sollte nicht auf Preis und Design alleine „herein zu fallen“. Ende 2006 begannen wir mit der Suche nach einem geeigneten Wohnwagen als Alternative zu einem teurem Pauschalurlaub, und weil gerade für die Kids nichts über Camping geht. So kamen wir auf einen Hobby UK540. Das Design, verbunden mit den techn. Angaben (Größe,Gewicht) war ausschlaggebend für den Kauf. Ich kannte den Spruch „willst du ein Hobby,kauf dir einen Hobby“doch nachdem was ich sah, war ich davon weit entfernt irgendwelche Vorurteile zu pflegen.Also haben wir diesen „Superwohnwagen“ gekauft.
Nachfolgend in einer komischen Form, was dann geschah.
Bis 2009 war die Hobbywelt in Ordnung. Ein Jahr später reklamierte meine Frau im Urlaub zurecht, dass sich die Drehvitrine nicht mehr ganz so gut drehen lässt. Ich hatte nachgeschaut und musste feststellen das die Drehachse im Deckenbereich schlicht nicht mehr in der dafür vorgesehenen Buchse der Vitrine steckte.Damit war es für das Ding schwierig sich vernünftig zu drehen. Zu Hause angekommen, habe ich mir die Sache angesehen und Unglaubliches festgestellt.
Die Firma Hobby rechnet mit der Schwerkraft auf einen 10g schweren Plastikbolzen. Die Konstruktion so simpel wie erschreckend. Man nimmt eine Buchse für die Decke, eine für die Vitrine und steckt dort einfach einen 15 mm Bolzen rein, in der Hoffnung, das der nie durch Vibrationen seinen Platz verlässt. Normalerweise geht das vielleicht, es sei denn man bewegt den Wagen. Habe mich also daran gemacht und das ganze so repariert (geschlossene Buchse mit Feder in der Decke und Anschlag für den Bolzen), wie es „eigentlich“ in der Konstruktion von vorne herein zu erwarten gewesen wäre. Seitdem hält das Ding(auch wenn man den Wagen fährt).
Larifari, verglichen mit dem was jetzt kommt.
Unser diesjähriger Urlaub auf Fehmarn war etwas „feucht“ ausgefallen. So waren wir bei der Ankunft auf dem Campingplatz gezwungen den Wagen unter extremer Mitbeteiligung anderer Campinggäste diesen auf unseren Platz zu „Wuchten“, da alles recht matschig war und die Kinder beim Regen solange im PKW bleiben mussten. Es dauerte nur 30 min und schon stand der Hobby im Schlamm (wo er laut Buchung hingehörte), und ich mit aller Kraft versucht habe ihn halbwegs gerade zu stellen. Nach zwei Tagen war alles wieder relativ trocken, und der Wagen nach nochmal gerichtet als meine Frau fragte, warum die Schiebetür nicht mehr geht. Als ich mir dies anschaute musste ich feststellen, dass die Gleitschiene ausgebrochen war. Ich habe mir auch das zu Hause angesehen und so muss man die Frage stellen, warum das einzige massive (ca.7Kg schwere) Teil des Wagens in einer Plastikschiene aufgehangen wird, die eigentlich höchstens für Gardinen geeignet ist. Jetzt sorgt eine Eisenschiene dafür, dass dies nicht mehr passiert.
Es verging kein Tag, und meine aufmerksame Frau bemerkte die doch etwas schief hängenden Spiegel in der Nasszelle. Ich dachte an ein „Spiegelkabinett“ als ich mir das ansah. Beim genaueren Ansehen stellte ich fest, dass sich außerdem die Waschtafel fast komplett abgelöst hatte. Hier hat die Firma Hobby einen „Dominoday“konstruiert. Während die superleichten Schränke (an einer Wand) angeschraubt sind, so ist die Waschtafel (über zwei Wände im 90° Winkel) lediglich mit 4mm Krampen fest getackert. Um sicher zugehen das hier was kaputt geht, hat man die Spiegel auch ohne Abstand zur Waschtafel bzw. zur Türseite angeklebt. Also was passiert; der Wagen incl. Innenaufbau bekommt Dynamik, dass bewegt die Spiegel welche dann wiederum die kompl. Waschtafel verformen und dank der „tollen“ Befestigung abtrennen. Auch hier habe ich Hand angelegt und zunächst die ganze Nasszelle zerlegt um dann alles so zu befestigen, dass auch eine gewisse Bewegung keinen Schaden anrichtet. So habe ich vor allem die Spiegel mit Spalten montiert und die Waschtafel verschraubt.
Nach dem Regen kam die Sonne und meine Frau wollte die zentrale Dachluke öffnen. Ging aber nicht! So kündigte sich der nächste Schaden mit dem Ruf an „Schatz kannst du bitte mal gucken“.
Schatz guckte und sah, dass sich der Kurbelantrieb (wohl Zahnrad) im wesentlichen vom Rest des Mechanismus soweit entfernt hatte das eine Funktion nicht mehr gegeben ist. Ich denke, dies ist nicht passiert weil die beiden Komponenten Streit untereinander hatten. Leider ist es mir bis jetzt nicht möglich den Aufbau hier zu durchschauen und somit auch zu reparieren, doch ich gehe davon aus, dass auch hier ein triviales Teil einfach nur unterdimensioniert ist.
Mein Resume ist folgendes.
Der Wagen hat uns vier Jahre bei „Optimalbedingungen“ einen guten Urlaub beschert. Jetzt, nachdem er zum ersten mal in einer raueren Situation funktionieren musste, zeigen sich deutliche Mängel. Ärgerlich ist die Tatsache, dass es sich hierbei um Dinge handelt, die weder nach kosten noch nach konstruktiven Maßstäben zu definieren sind. Es sind schlicht Dinge bei denen man sieht, dass hier nicht zu ende gedacht wurde. Nach Jahre langer „Erfahrung“ sollte man eigentlich davon ausgehen, dass der Hersteller gewisse konstruktive Zusammenhänge kennt und diese in die Herstellung einfließen lässt.
Kurz gesagt ein Hobby Wohnwagen ist ein „Schön Wetter Wagen“ der in dem Fall ein gutes Preis-Leistung Verhältnis bietet. Doch wenn sie ihn mal darüber hinaus beanspruchen, so könnten sie ihr blaues Wunder erleben. Jedem sachkundigen ist bekannt, dass ein Wohnwagen in heutiger Bauart einer gewissen Dynamik unterliegen kann, deswegen darf das nicht zu nachhaltigen Schäden dieser Art führen.
Hallo,
ich habe grad Deinen "amüsanten" Bericht gelesen. Kann mir schon vorstellen, dass einem da langsam die Halsadern schwellen Zu Recht!
Was macht Ihr denn jetzt mit Eurem Hobby? Bei so viel Eigeneinsatz will man das Ding auch nicht so ohne weiteres wieder hergeben, oder. Zählt Ihr jetzt immer auf Schönwetter-Camping? Zumindest den Kindern kann man das ganze ja als Abenteuer verkaufen _________________ http://www.bestfewo.de/ferien-blog/author/astrid-schroeder
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