Verfasst am: 25.05.2011, 19:32 Titel: Abenteuer-Urlaub 1979 Teil I
Wir waren jung, in den zwanziger Jahren. Zwei Kinder, Mädchen und Junge, 5 und 3 Jahre.
Unseren Wohnwagen „Bastei“ hatten wir vor 2 Jahren für 15.000 DDR-Mark erworben. Polen, Ungarn und CSSR hatten wir schon bereist. Da ist selbstständig war, konnten wir uns damals 1 ½ Monate Urlaub leisten. Eben DDR.
Die Urlaubsplanung beinhaltete außer dem täglichen Fahrpensum auch die Mitnahme von Proviant, das auf die gesamte Urlaubszeit ausgelegt war. Kartoffeln, Konserven, Getränke, Obst, Eier und Dauerwurst, auch Benzinvorrat.
Geldumtausch
Pro Person und pro Tag 30,- DDR-Mark. Mit zwei Kindern brauchten wir das Limit von 90,- DDR-Mark in entsprechender Währung nicht ausschöpfen aus der Staatsbank der DDR. Der Umtausch von ca. 2.800 DDR-Mark für 4-5 Wochen waren ausreichend. So wurde genau geplant, wie viel Geld für welchen Aufenthalt im jeweiligen Land für Benzin, Zeltplatzgebühren und kleine Einkäufe gebraucht wurde. So hatten wir tschechische Kronen, bulgarische Forint, rumänische Lei und bulgarische Leva.
Mit kümmerlichen Landkarten von der CSSR, Ungarn, Rumänien und Bulgarien in Größe eines Schulatlanten mussten wir uns begnügen. Gas, etwas Trink- und Waschwasser in ehemaligen 5-Liter-Fit-Kanistern ergänzte unsere Ausrüstung. Weiterhin war ein kleines Ersatzteillager für unseren Lada von Nöten. Lichtmaschine, Keilriemen, Wasserpumpe, Schlauchschellen, Zündkerzen, Schläuche und einen Ersatzreifen, auch für den Caravan und zusätzlich diverses Werkzeug für unseren Caravan. Eigengewicht 500 kg, Zuladung etwa noch mal so viel. Unser Lada mit 60 PS hatte also eine passable Last zu bewältigen. Mein Umbau im Caravan war ein 20 Liter Kühlschrank, unter Spüle installiert, sowie eine installierte Wasserzufuhr vom Gasflaschenkasten über eine 12 Volt-Anlage zur Spüle mit „Schwenkhahn“.
So ausgerüstet (möchte auf weitere Details verzichten) starteten wir in Mitteldeutschland zu unserer tollen Reise. Da dies mein zweiter Caravan war, kannten wir alle Übernachtungsplätze in der CSSR und Ungarn. Für die Reise nach Bulgarien hatten wir ca. eine Woche berechnet.
Die Reise begann
Voller Tatendrang und die Neugier nach Neuem und Abenteuer ließ uns bei schönem Sommerwetter im Juni starten. Wir hatten uns im Tal, in welchem wir zuhause sind, noch nicht verlassen, kam die Frage der Kinder auf den Rücksitzen, wann wir da sind, sie hätten Hunger. Erste Station kurz nach der Grenze in der CSSR. Ein Seitenweg neben der Hauptstraße war uns aus vorangegangenen Urlauben bekannt. Hier standen ca. 5 bis 7 Camper oder übernachteten. Trabis, Scheiben zugehängt mit Gardinen. Klappfix, das waren die „besseren Zeltaufbauten“ – kein Schlafen auf dem Fußboden. Zum Verständnis – wenn es überhaupt möglich ist, in Kategorien einzuteilen: 1. Kategorie Zelte, 2. Kategorie Klappfix, 3. Kategorie Wohnwagen (Caravan) – das war das Größte!!! Wohnmobile waren damals nur ganz entfernt aus den USA oder der Schweiz bekannt. So, das kurz als Erklärung.
Nach einer erholsamen Übernachtung gab es ein Frühstück mit Brötchen von zuhause, Kaba und Onko Kaffee (wir hatten das Glück „Westverwandschaft“ zu besitzen, also auch etwas „Westgeld“ und für den Ernstfall 20 Dollar). Die CSSR ist uns gut bekannt. Es ging von Prag (die einzige Autobahn) nach Bratislava.
Hier besuchten wir den Tierpark, der direkt an unserer Strecke in Richtung Ungarn lag. Hier eine kleine Episode. Wenn man mit Kindern in diesem Alter unterwegs ist, ist ein Zoo- oder Tierparkbesuch ein Muss!
Eine Gruppe Slowaken stand vor einem Gitter, hinter denen Affen waren. Ziegen, welche sich verselbstständigt hatten, bewegten sich frei im Zoogelände. Eine dieser „frechen“ Ziegen steckte seinen Kopf unter den schwarzen Rock einer älteren Frau. Diese, sehr erschrocken, drehte sich um und „watschelte“ die Ziege ab. Wir beobachteten dies von einer Bank aus, auf welcher wir uns ein leckeres Eis schmecken ließen.
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